WRIEZEN

Denkmal für Nobutsuga Koenuma

Nobutsuga Koenuma wurde 1908 in Japan geboren. Er war Professor der Medizin, seit 1937 in Deutschland, starb 1946 in Wriezen und ist seit 1994 Ehrenbürger der Stadt. Eine spannende und traurige Geschichte verbindet den Medizinprofessor mit unserer Stadt. Medizin studierte er an der Hochschule in Tokio, danach forschte er in der Strahlenforschung an der Kaiserlichen Universität in Tokio. Mit einem Stipendium kam er nach Deutschland, wo er nach wenigen Jahren Professor für Strahlenforschung wurde. 1945 – nachdem Deutschland den 2. Weltkrieg verloren hatte – sollte Koenuma nach Japan zurück, doch er blieb in Berlin, weil er sich in eine Deutsche verliebt hatte. Der russische Bezirkskommandant beorderte ihn schon bald nach Wriezen, weil dort der Flecktyphus ausgebrochen war. Der japanische Arzt errichtete eine Seuchenstation, besorgte unter schwierigen Umständen Medikamente, machte viele Hausbesuche und half vielen Menschen in Not. Plötzlich erlag er 1946 selber der Seuche. An seinem Grab auf dem Friedhof ist für ihn eine Gedenkstätte errichtet worden. Er hatte sich für Wriezen und seine Bürger aufgeopfert.

Evangelische Marienkirche

Die Kirche ist zwar renoviert, doch größtenteils als Ruine erhalten worden, weil sie am Ende des 2. Weltkrieges – wie viele Teile der Stadt Wriezen – sehr zerstört war. Die ursprüngliche Kirche ist sehr alt: Anfang des 13. Jahrhunderts wurde sie als einfache Feldsteinkirche erbaut. 200 Jahre später entstand daraus eine Basilika. Wir wissen, dass der Kirchturm ca. 1850 einmal 71 Meter hoch war! Nach 1945 drohte der Kirche immer wieder der Abriss, doch die Gemeinde und das Amt für Denkmalschutz konnten dies verhindern.

Salvador Allende Grundschule Wriezen